Dienstag, 5. Januar 2016

Vom Handtuch zum Zombie-Teddy zum Kuscheltier...

...oder so ähnlich könnte die Entstehungsgeschichte dieses Teddys beschrieben werden.

Die erste Version war wirklich, wirklich, wirklich abgrundtief erschreckend gruselig! Aber dann konnte er doch noch gerettet werden. Eigentlich sollte er nämlich für den kleinen Neffen unter den Baum - aber nicht als Zombie-Teddy.

Wie aus einem Handtuch aber auch ganz einfach ein niedlicher, kleiner, selbsgemachter Kuschelteddy mit persönlicher Note werden kann, seht ihr hier im Post. :)

Das braucht man:
  • ein Handtuch (50 x 100 cm reicht für 2 Teddys, je nach Größe)
  • eine Schablone für den Teddy auf Papier ausgedruckt (meine kommt von hier) Aber nicht ausschneiden!
  • wenn ihr auch etwas auf den Bauch applizieren wollt: etwas Stoff dafür (da liegt so viel, weil ich mich zum Zeitpunkt des Fotoaufnehmens noch nicht für ein Stöffchen entscheiden habe...) und eventuell Schablonen für Buchstaben o.ä., wenn ihr keine Stickmaschine habt
  • wenn ihr mit einer Stickmaschine appliziert: Wasserlösliche Stickfolie, damit die Handtuch-Härchen sich nicht mit der Nadel verheddern
  • Baumwollgarn & Nadel zum Aufsticken von Augen, Nase und Mund (nehmt für die Augen bloß nicht solche Knöpfe, wie auf dem Bild - ihr seht später warum ;) )
  • Häkelnadel & Garn & Wolle für den Schal


Das macht man:
Zuerst wird der Teddy auf dem Handtuch angepasst. Selbiges sollte doppelt liegen; meines wurde an der 50 cm breiten Seite zur Hälfte gefaltet - so passt ein DIN A4 ausgedruckter Teddy sehr gut drauf. Damit es etwas einfacher geht mit dem Anpassen habe ich noch eine zweite Teddy-Schablone ausgedruckt und die doch ausgeschnitten... jaja, Verwirrungstaktik. ;) Die andere Vorlage zum Nähen lasst aber weiterhin besser unausgeschnitten.


Nun kommt die wasserlösliche Stickfolie zum Einsatz. Da ich immer so sparsam wie möglich bin, habe ich einfach ein Stück der Folie auf das Handtuch geklebt - mit Malercrepp geht das ganz praktisch wieder ab. Befusselt das Creppband dazu vorher ein wenig an eurer Hose, der Tischdecke, dem Hemd, der Bluse... - woran auch immer - damit es nicht zuuu stark auf dem Handtuch klebt. So zieht es beim Ablösen keine Fädchen raus.


Ehe jetzt appliziert wird (ich hab's mit der Stickmaschine gemacht), wird die Mitte des Motivs markiert. Dazu zuerst auf der Teddy-Vorlage die Mitte suchen (Pi mal Auge... - mir hat das gereicht) und dort ein kleines Loch einstechen. Den Teddy auf die Folie legen und mit einem Stift übertragen; ich benutze für solche Zwecke immer diese Stifte, die durch Wärme/Reibung wieder verschwinden - spätestens mit 1x drüber bügeln ist die Markierung weg (Vorsicht nur auf dunklen Stoffen damit, es bleibt ein hellerer Strich zu sehen!). Der rote Kringel zeigt meine Mitten-Markierung.

Keine Sorge: So überaus genau müsst ihr das nicht machen - die eigentliche Anpassung der Position der Applikation auf dem Teddy kommt noch. Das ist quasi nur die Vorarbeit, damit es nicht total daneben geht.


Dann wird munter mit der Methode eurer Wahl appliziert! Ich habe hier den Anfangsbuchstaben des Vornamens vom kleinen Neffen gewählt - ein H.

Jetzt muss die unausgeschnittene Teddy-Vorlage angepasst werden. Wenn ihr ganz tricky sein wollt, dann steckt euer Handtuch links auf links zusammen und hängt es mit dem schon vorher bewährten Malercrepp an eine Fensterscheibe*...

* Man sieht hier im Hintergrund übrigens unseren total schönen "Garten". Oder eher die Schlammwüste, die mal ein Garten werden soll - aber seit Ende November stehen anscheinend die Bauarbeiten still. Super Aussicht, nicht wahr? *grummel*


...und pinnt die Teddy-Vorlage auf das Handtuch. Der Trick hierbei ist, dass ihr so im durchscheinenden Licht sehen könnt, wo genau eure Applikation letzten Endes landet und die Mitte des Teddybauches auch schön von eurem Motiv geziert wird.


Jetzt wird genäht! Und zwar genau auf der Linie eurer Vorlage (deshalb sollte sie nicht ausgeschnitten werden). So spart man sich das markieren auf dem Handtuch, was sich für mich immer als furchtbar und unmöglich erwiesen hat.


Ich wollte übrigens die Ohren nicht füllen, später. Deshalb dachte ich mir, ich nähe sie zu. Das passiert allerdings erst nach dem Wenden Wer mitdenkt während des Nähens braucht weniger Einsätze eines Nahtauftrenners, aber ich habe erst zu spät gemerkt, dass ich einen Denkfehler hatte... Zu Demonstrationszwecken habe ich euch hier mal ein Bild gemacht, wie es nicht sein soll.

Wenn man nämlich einfach auf links die Ohren zu näht, kann man sie später nicht mehr wenden!!! *Tusch*

Also - so nicht:


Man näht schön die ganze Umrisslinie entlang - auch an den Ohren. An der Innenseite des Beines sollte eine Wendeöffnung gelassen werden; 4-5 cm haben da gereicht.

Wenn einmal rundherum (inkl. Ohren und exkl. Wendeöffnung) genäht ist, dann kann der Teddy mit einer Nahtzugabe ausgeschnitten werden. Damit das Ergebnis später schön ist, sollte man an den spitz zulaufenden Ecken ein wenig näher an die Naht einschneiden. Ich war da etwas zaghaft.
Dann kann gewendet werden**.

**Am besten macht ihr soetwas VOR dem Staubsaugen. Das fusselt... und fusselt... und fusselt.


So. Jetzt können dann auch von außen, von der rechten und schönen Seite, die Ohren abgenäht werden. ;) Das gibt später eine hübschere Kopfform, finde ich. Die Fäden kann man hier gut extra lang lassen, um sie zu verknoten und dann knapp abzuschneiden; das fällt im Frottee-Handtuchwusel-Stoff gar nicht auf.


Und dann heißt es stopfen, stopfen, stopfen, .... , stopfen! Man wundert sich echt, wie viel Füllwatte in so einen kleinen Teddy reinpasst!
Hier darauf achten, den Inhalt auch schön zu verteilen - sonst hat der Teddy nachher ein Bein dicker als das andere, oder einen Arm, oder so. Wie meiner. Zuerst. Ich hab das noch korrigiert. ;)


Wenn der Teddy ganz voll ist*** wird noch die Wendeöffnung mit einem Matratzenstich geschlossen. (Wie das geht seht ihr zum Beispiel hier, es gibt aber auch noch eine Menge mehr Anleitungen - einfach Zaubernaht oder Matratzenstich im Netz suchen.)

*** Voll... mit Watte! ;)


Dann ging die Zombie-Geschichte los... Oh je, sag ich euch! Erst die Nase aufsticken. Ok, das ging noch gut. Dann... Aber dann!

Augen. Das Thema Augen! Vorher dachte ich so: "Ach, nähste ein paar Knöpfe auf - ist bestimmt total niedlich!". Pföh, von wegen. Seht selbst...

Der Anblick des Teddys hat mich überaus erschrocken. Erstens saßen sie total schief, zweitens... - tja. Kennt ihr die AMC-TV-Serie "The Walking Dead"? Das ist nichts für schwache Nerven. Der Anblick dieses Knopfaugen-Teddys auch nicht! Er hätte eine Requisite sein können. Schockschwerenot! Den konnte ich doch keinem Kind überlassen...


Erst habe ich es mit einem Mund versucht. Ging etwas besser... aber immer noch war Zombiealarm. Dann habe ich es mit dem Schal versucht: Zwei Reihen feste Maschen häkeln und dem armen Teddy-Zombie um den Hals... aber nee. Nein. Immer noch nicht gut. Es waren diese Augen!

Also die Knöpfe wieder ab. Von diesem Video habe ich mir dann ein bisserl abgeschaut, wie die Augen gestickt wurden.

Und puh... das ging gut. Er konnte doch noch niedlich aussehen!


So habe ich mich dann auch getraut, ihn zu verschenken. Mit schönen Augen und einem Kuschelschal. :)


Habt ihr auch solche oder ähnliche Entstehungsgeschichten auf Lager? Dann freue ich mich über einen Kommentar von euch! Aber auch sonst natürlich über alle anderen. ;)

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Wenn euch dieser Post zu einem eigenen Handtuch-Teddy oder auch anderen Handtuch-Kuscheltieren inspiriert hat, dann könnt ihr hier gerne eure entsprechenden Werke verlinken - gerne auch Facebooker und Instgrammer oder dergleichen. Ein Backlink in eurem Beitrag zu diesem hier wäre toll. ;)



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Verlinkt bei: Creadienstag & HoT





Kommentare:

  1. Musste beim Lesen gerade total schmunzeln. Zum Glück ist aus dem Zombie-Teddy doch noch ein ganz Süßer geworden.
    Wie bist du auf die Idee gekommen, ausgerechnet rote Knöpfe für die Augen zu nehmen?
    Lieben Gruß
    Marietta

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    Antworten
    1. Hey Marietta!
      Eigentlich sind die so orangig, die Knöpfe. Dachte, das passt zum Applikations-Stoff ganz gut und so... Pustekuchen. ;)
      Wenn ich jemals nochmal so etwas mache, dann werden gleich Augen aufgestickt. Ging auch ziemlich einfach.
      Liebe Grüße!
      Beccy

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